Three scenarios for the Bundestag

The FDP could win big should there be new elections. Their tactics could also backfire.

First, the FDP might succeed in what they apparently are trying to do, ie. playing the Trump card. They are trying to win the votes of people with a liberal view of economics, plus people with rightist views on society topics in the new elections probably taking place in February.

FDP doing the splits

That might work, at least in the short term. If the FDP gets above 15 %, they will almost be in a position to choose their partner: CDU/CSU or SPD-Green party. In the long term however, it will be difficult to keep up “doing the splits” (as they say in German). The FDP might end up losing on both ends and vanish from the political scene. Also, this might fail even in the short term and the FDP would lose the new elections.

German federal election Results by Bundestag seats Wikimedia Furfur CC BY-SA 4.0

Results from September 2017 (Wikimedia Furfur CC BY-SA 4.0)

A second, more tactically sound scenario would see the FDP campaigning mainly on the right edge, trying to get even more protest votes in the new elections than they got in September. Whereas the CDU with Angela Merkel would take care of the voters that are afraid of instability and want to vote for a moderate big party. This scenario might end up giving the CDU/CSU + FDP an absolute majority, thus avoiding them the complicated negotiations with the Green party.

CDU-SPD – really a surprise?

In the long term however, again, the future of such a rightist FDP is unclear and probably not very bright. Plus, a CDU-CSU-FDP government would pave the way for an agreement within the progressive camp. In 2021, we might see a “Red-Red-Green” government, something many progressive people have been hoping for.

A third scenario would still be worse for the FDP in the short term. After all, it was them who dropped out of the negotiations with the CDU, CSU and Green party, obviously hoping for a better result in new elections. This might backfire in the case of new elections. If the German voters, for fear of instability, turn towards the big parties, the result might be a coalition of SPD and CDU.

It may also backfire without elections, if the SPD, unlike what they said til now, agrees to negotiate with the CDU and ends up again forming a government with them. For sure there’s a lot of reasons why both big parties don’t like that scenario. However I never took the SPD’s claim they would never go with the CDU at face value. Not that I would like it, but another “big coalition” in 2018 or even in 2017 wouldn’t surprise me.

What do you think?

Advertisements

Les déboires du diesel

En Allemagne, haro sur le diesel. Au Luxembourg ou en France, c’est moins net. Mais la fin du Dieselgate n’est pas pour demain.

Photo : Wikimedia / The359 / CC BY-SA 3.0

Cette semaine encore, j’ai consacré un article aux conséquences des truquages de VW et d’autres. Cela fait à peu près deux ans que le woxx en parle – mais rarement en français. C’est que l’essentiel des débats se déroule dans le pays par lequel le scandale est arrivé, l’Allemagne. Et au niveau européen, traité par ma collègue Danièle Weber (en allemand).

Qui est plus écolo, Hulot ou Hidalgo ?

Pourtant, en France aussi, on roule en diesel, et la pollution est un problème. Nicolas Hulot, devenu ministre, a annoncé la fin de la vente des voitures à essence et diesel … d’ici 2040. Et une “prime de transition” qui doit encourager, dans l’immédiat, les propriétaires de voitures très vieilles et très polluantes de les remplacer. Une transition très, très douce, quoi.

Anne Hidalgo, maire de Paris, semble plus pressée, face à la “pollution qui tue”. Elle en prend pour son grade : elle raconte avoir été menacée dans son bureau par les lobbys de l’automobile. On a même écrit un livre-réquisitoire la critiquant pour sa politique en faveur du vélo et des transports en commun.

Au Luxembourg, les responsables politiques nationaux et locaux semblent plutôt prudents. Sous le coup des menaces ou de l’autocensure pré-électorale, on ne saurait le dire.

Allemagne : Tout sauf des interdictions de circuler ?

En Allemagne, cette prudence est en train de se retourner contre les politiciens et contre l’industrie automobile. Les propriétaires de diesel risquent tôt ou tard des interdictions de circuler dans un certain nombre de villes. Et cela pourrait concerner, contrairement aux affirmations du lobby automobile, l’ensemble des modèles, Euro 6 compris.

Quant aux fameuses primes promises il y a quelques semaines, la télé allemande vient de révéler qu’il s’agit, là encore, d’un truquage : les primes sont souvent moins élevées que les remises faites en temps normal. Enfin, ce lundi, lors du deuxième “sommet diesel” à Berlin, le gouvernement a promis d’investir un milliard dans des mesures en faveur de la mobilité douce et de l’optimisation de la circulation. Une excellente initiative, sauf qu’elle ne résoudra pas le problème de la pollution de l’air à court terme.

Clairement, ce n’est pas la dernière fois que j’aborde le sujet.

 

Tous les articles du woxx sur le Dieselgate (presque tous en allemand)

 

Documenta 14, Skandal 175

Kann man die europäische Flüchtlingspolitik mit dem Holocaust vergleichen? Keine Antwort, aber ein paar Überlegungen zu einer zweifelhaften Frage.

“Documenta schämt sich”, titelte die Süddeutsche am Dienstag. Die Kunstausstellung in Kassel hatte eine Performance abgesetzt, die für scharfe Kritik – und viel Medienaufmerksamkeit – gesorgt hatte. Name: “Auschwitz on the Beach” Thema: Kritik an der europäischen Flüchtlingspolitik im Mittelmeer.

Sich schämen für Holocaust-Vergleich?

Im Artikel erfährt man immerhin, dass die Documenta-Verantwortlichen sich nicht wirklich schämen, weil sie nämlich den Vorwurf, sie wollten Holocaust und Flüchtlingssterben auf eine Stufe stellen, nicht gelten lassen. Zwar haben sie die ersatzweise für heute Donnerstag vorgesehene Diskussionsveranstaltung “Shame on Us” getauft, doch “beziehe sich [dieser] auf viele Protest-Zuschriften, die mit diesem Satz enden, ‘aber auch auf Franco ,Bifo’ Berardis These, der zufolge wir uns eher für die Gewalt und nekropolitischen Techniken der europäischen Regierungen im Umgang mit dem Strom der Geflüchteten und Migrantinnen schämen sollten’”.

Sondernummer der Zeitschrift ART zur Documenta (Juni), vor dem ICE-Bahnhof Kassel.

Schämen also, für das Eine oder das andere? Meine Reaktion wäre eher Kopfschütteln über den Rückgriff auf den Holocaust-Vergleich. Schließlich funktioniert ja nicht einmal der Vergleich der “Festung Europa” mit der deutsch-deutschen Mauer so richtig: gewiss, zur Flüchtlings-Abwehr erbaut und todbringend – aber als Mauer nach innen und mit Schießbefehl, beides Eigenschaften, welche die europäische Flüchtlingspolitik bisher höchstens als Projekt beinhaltet.

Berardi, Kassel und Auschwitz

Was soll also die Holocaust-Keule in der Diskussion? Der ganze Skandal ist umso bedauerlicher als die Documenta daneben durchaus subtile Denkanstöße liefert. Zum Beispiel den auf der Fassade des Fridericianum angebrachten Spruch “Being safe is scary”.

Kluge und wohlwollende Kritik kommt von von Kolja Reichert in der FAZ, der Franco Berardi, den Autor des der Performance zugrunde liegenden Texts, zitiert: “Ich habe lange gezögert, diese Worte zu schreiben, denn ich bin mir bewusst, dass der Name von Auschwitz nicht sinnlos vergeudet werden darf (…) Am Ende entschied ich, dass wir sagen müssen, was wir sehen: Das Unmenschliche ist zurück.” Und kommentiert: “Unmenschliches waltet tatsächlich am Mittelmeer. ‘Das Unmenschliche’ aber ist ein Gespenst philosophischer Abstraktion, das niemandem hilft, der aufgrund präziser Analyse eine Änderung realer Politik herbeiführen möchte.”

Keine EU-Gauleiter

Präzise Analyse. Wendet man sie auf den Vergleich an, versucht man, die Unterschiede zu explizitieren, so findet man mehr Ähnlichkeit als erwartet. Das liegt an der Vorgehensweise und macht die Parallele Auschwitz-Mittelmeer keineswegs plausibler.

Erster Unterschied: Der Holocaust war auf die gezielte Ermordung der Juden ausgerichtet. Das kann man der EU nicht anhängen, und nicht einmal die “Gauleiter in der Türkei, Libyen, Ägypten und Israel” (Berardi) betreiben eine gezielte Ermordung. (Dass Berardi ohne ersichtliche Logik Ägypten und Israel aufzählt, Israel dann bei der Ankündigung der Performance weggelassen wurde, deutet für mich auf einen Schnellschuss des Aktivisten und seiner Förderer hin. Andere mögen darin Antisemitismus erkennen, für den es aber an keiner anderen Stelle des Textes einen Hinweis gibt).

Es sei hinzugefügt, dass der Übergang von der Judenverfolgung und -vertreibung zur Judenvernichtung in Nazideutschland erst während des Kriegs erfolgte. Wie unser liberale Selbstverständnis bereits erschüttert wird von den militärtechnischen “Nadelstichen”, die den Westen im Rahmen des nicht erklärten Krieges “War on Terror” treffen, das stimmt mich dann doch nachdenklich.

Irrationalität damals und heute

Zweitens: Der Antisemitismus der Nazis war etwas anderes als der heutige Wunsch, Migranten abzuwehren. Punkt. Aber nicht ohne daran zu denken: Auch die Xenophobie hat – über das allzu menschliche und nicht einmal irrationale Misstrauen vor dem Fremden hinaus – eine alte und blutige Geschichte.

Drittens: Die Logik des Holocaust entspringt einer rassistischen und faschistischen Ideologie – also dem genauen Gegenteil der liberalen politischen Grundlagen unseres Systems. Im Prinzip. Aber ist die scheinbar rational begründbare Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft wirklich moralisch akzeptabler als der irrationale Rassismus? Und steht sie etwa nicht im Widerspruch zu den liberalen Werten, ja, sogar zur wirtschaftsliberalen Logik der Meritokratie? (Von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ganz zu schweigen.)

Die Rationalität der strikten Begrenzung von Einwanderung ist nicht einmal wirtschaftlich haltbar auf einem Kontinent, der durch eine starke Zuwanderung viel gewinnen könnte. Und der die Mittel hätte, eine erfolgreiche Integrationspolitik zusätzlich zu einer sozialen Kohäsionspolitik zu betreiben. Sind es nicht die Entscheidungen von Teilen der politischen Elite gegen den Sozialstaat und für die Xenophobie, welche zutiefst irrational sind?

Mittelmeer und extreme Entrüstung

Viertens: Betrachtet man das Ganze aus der Ferne, so fällt der Blick auf einen letzten, wenig thematisierten Unterschied. Er bewirkt, dass für viele Beobachter Berardis Parallele plausibel und unplausibel zugleich erscheint. Die Möglichkeit, die Entrüstung über das, was im Mittelmeer passiert, mit jener über den Holocaust zu assoziieren, ergibt sich nicht aus dem absolut betrachteten Leiden der Opfer, sondern aus diesem, relativ betrachtet zum Standard, an dem man die Täter misst.

Anders gesagt: Vermutlich wird die Menschheit in fünfzig oder hundert Jahren das Verhalten der EU rückblickend als verbrecherich ansehen. Aber dieses große Massaker im Mittelmeer ist nicht zu vergleichen mit dem Holocaust, vielleicht nicht einmal mit den zahlreichen “ganz normalen” Verbrechen Nazideutschlands. Was es bemerkenswert macht, ist, dass es von einem Staatenbund verantwortet wird, der sich Humanismus und Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben hat. In ähnlichem Sinne wie die Verbrechen der jungen amerikanischen Demokratie an Sklaven und Indianern bemerkenswert sind, ohne als einzigartig bezeichnet werden zu können.

Man kann sich eine spannende Diskussion im Sinne der vorhergehenden Punkte vorstellen. Ob sie wohl auf der Documenta oder in den Mainstream-Medien stattfinden wird?

À mes amies et amis français

À ceux qui se réjouissent des 2,4 % d’avance – je comprends votre soulagement.
À ceux qui ont les yeux fixés sur les 21,4 % – je partage votre effroi.
À ceux qui se lamentent des 1,8 % de retard ou des 6,4 % insuffisants – je comprends votre déception.

20170424 Présidentielles 1er tour Résultats WikipediaFR 50pc

Wikipedia.fr

À ceux qui, au-delà des pourcentages, entrevoient un quinquennat Hollande bis – je partage votre désespoir.

À ceux qui envisagent de s’abstenir au second tour – je comprends votre amertume.
À ceux qui s’apprêtent à voter pour exprimer que l’extrême droite est la pire des options – je partage votre stoïcisme.

Tout compte fait, ce dont la France a besoin ne se trouve pas dans les urnes lors de cette présidentielle.

Ne pas nous retrouver en marge de “En marche” !

Voter n’est pas tout. Je vous encourage à agir pour que, aux législatives, il y ait une alliance progressiste qui offre une alternative au centrisme et  à la technocratie du futur président.

Bon courage !

Steppenwolf – Anarchische Abendunterhaltung

Sonntag war Steppenwolf-Tag im Grand théâtre de la ville de Luxembourg. Eindrücke von einem meiner seltenen Theaterbesuche.

2017-03-07 12.11.11 CROP 20pc

Hat’s mir gefallen? Ja. War’s richtig gut? Nicht wirklich. Das Problem: Unterhaltsam ist die Aufführung für all jene, die das Buch – vor nicht allzu langer Zeit – gelesen haben. Wer aber einfach mal via Theaterabend den Steppenwolf beschnuppern will, ist verloren. So ist der Clash über das Goethe-Bild zwar sehr lustig (und mit Goethe-Statue) in Szene gesetzt, dürfte aber für Nicht-Leserinnen und -Leser unverständlich bleiben.

Nur für Verlesene

Als Nacherzählung funktioniert das Stück nicht – dass es besser geht, zeigt die gelungene Hörspielumsetzung aus den 1970ern (die allerdings drei statt anderthalb Stunden dauert). Im Stück werden dem Publikum Textfragmente, oft ohne narrativen Zusammenhang, um die Ohren gehauen. Schon die Einführung des Hauptcharakters ist wenig hilfreich – kaum mehr als ein vorgetragener Buchtext, über mehrere Stimmen verteilt. Das mag weniger langweilig sein als nur einen Erzähler zu haben, wirkt aber vor allem verwirrend.

Staubsauger statt Foxtrott

Bedauerlich auch, dass Harry Hallers innere Entwicklung vom Mozart-Verehrer zum Foxtrott-Tänzer kaum thematisiert und dargestellt wird. Da hätte man lieber auf die amüsante aber konfuse Slapstick-Einlage mit “DDR-Staubsauger” verzichtet. Auch Hermines Rolle fällt im Stück etwas ab gegenüber dem Buch, sowohl aufgrund der szenischen Umsetzung als auch der Besetzung. Hermine als engelhafte Botin der “Unsterblichen”, diese mögliche Deutung der Romanhandlung funktioniert jedenfalls nicht mehr. Überhaupt ist die schauspielerische Leistung eher Mittelmaß – richtig überzeugen können nur Catherine Elsen als Maria und Barbara Ullmann als Tierbändigerin.

2017-03-07 12.12.04 CROP 20pc

“Der Weg in die Unschuld, ins Unerschaffene, zu Gott führt nicht zurück, sondern vorwärts, nicht zum Wolf oder Kind, sondern immer weiter in die Schuld, immer tiefer in die Menschwerdung hinein.” (Traktat vom Steppenwolf)

An Ideen mangelt es der Inszenierung dagegen nicht. Die junge Regisseurin Anna-Elisabeth Frick stellt die gespaltene Persönlichkeit Harry Hallers dar, indem sie ihn von einem Schauspieler und einem Mimen parallel spielen lässt. Die Pantomime- und Tanzeinlagen bieten dem Publikum über den Unterhaltungswert hinaus Zeit zum Atemholen und Nachdenken. Auch die Auftritte des leibhaftigen Goethe haben Drive. Die größte Herausforderung an eine szenische Umsetzung der Romanvorlage – das magische Theater – wird ebenfalls auf sinnvolle Weise angegangen.

Lebensweisheit über Weltweisheit

Alles in allem lohnt es sich, sich das Stück anzusehen (das in Trier nochmal am 15. April aufgeführt wird) – vorausgesetzt, man kennt das Buch.  Gemessen an der Schwierigkeit der Aufgabe, diesen trockenen und zugleich verrückten Roman auf die Bühne zu bringen, ist das Ergebnis korrekt. Die darin enthaltene Lebensweisheit wird stärker gewichtet als die “Weltweisheit” – was meinem derzeitigen Geschmack entgegenkommt. Immerhin finden sich über das Stück verstreut zahlreiche Anspielungen auf tiefere Gedankengänge und Gefühle – aber eben nur Anspielungen.

Für mich liegt in der Inszenierung Potenzial für etwas Schlüssigeres: Hätte sich die Regisseurin konsequenter für eine von der Erzählung losgelöste Umsetzung entschieden – so eine Art “Szenen aus dem Leben des Steppenwolfs” -, das Ergebnis wäre überzeugender ausgefallen.

2017-03-07 12.11.22 CROP 20pc

Rifkinsche Dörfer

Wie besser das neue Jahr anfangen als mit ein bisschen Schwarzseherei? In meinem Edito von dieser Woche geht es um Rifkins Visionen für Luxemburg. Oder, besser gesagt, die visionären Kräfte, die dem Land fehlen, um den Entwurf des Ökonomen umzusetzen.

Das Edito ist hier nachzulesen: Große Zukunft für Luxemburg: Provinz-Visionen

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich finde Jeremy Rifkins Bücher und Texte beachtenswert. Wer, wie er, viel produziert, liefert natürlich auch viele Ansatzpunkte für Kritik. Über die zahlreichen Vorbehalte, die man gegenüber seinen Ideen haben kann hinaus, halte ich das pauschale Niedermachen von Rifkins Ideen allerdings für verfehlt. Und, im Sinne der sozialen und ökologischen Ideale – für die der Amerikaner durchaus steht – für kontraproduktiv.

Die Dritte industrielle Revolution, mal ernst genommen

Bei Rifkin-Studie für Luxemburg stört mich andererseits, dass seine Ideen verzerrt und instrumentalisiert wurden – im Detail hatte ich das bereits im November dargelegt: Rifkin au Luxembourg : Vive la Troisième ! Eigentlich scheint es vor allem um den Prestige des Autoren und den Hype um Begriffe wie Third Industrial Revolution zu gehen – mit denen die “Marke Luxemburg” besser vermarktet werden soll. Wer dagegen, wie ich, diese Ideen ernstnimmt, dem wird das Gefühl kommen, Luxemburg kann sowas nicht schaffen.

Ich hatte dieses Gefühl bereits am Morgen als ich zur Rifkin-Vorstellung fuhr. Ursprünglich wollte ich meine diesbezüglichen Überlegungen in den Artikel einbauen, aber es hätte von der Hauptthese abgelenkt und es hätte auch kleinlich wirken können. Doch Anfang Dezember wurde die Rifkin-Debatte in der Chamber abgewürgt, weil eine „Son et lumière“-Schau zum Werdegang der Dynastie wichtiger erschien. Da bekam ich Lust, das Thema doch nochmal aufzugreifen. Und nebenbei das ganze Nation-Branding zu hinterfragen, bei dem sich wenig um den Wirklichkeitsbezug geschert wird – Schein statt Sein. Ich schlug der Redaktion ein solches Thema zum Jahresende oder für die erste Nummer 2017 vor – wir haben uns dann für letzteres entschieden.

Zivilgesellschaft statt Nation-Branding-Blabla

Pessimismus zum Jahresbeginn in der woxx ist eine Sache, doch für meinen ersten Blog-Eintrag 2017? Ehrlich, auswandern bringt’s nicht (siehe meinen Beitrag als “lm” zur woxx-Weihnachtsparade). Meine Hoffnung setze ich in die neuen zivilgesellschaftlichen Bewegungen in Luxemburg statt in die alten Eliten. Initiativen wie Transition sind vielversprechend – und auch unter menschlich Gesichtspunkten ist der Umgang mit den AktivistInnen der Zivilgesellschaft bereichernder als Pressekonferenzen und Pomp-Veranstaltungen mit BerufspolitikerInnen. Weshalb ich auch gespannt auf diesen Termin bin: Rifkin und Transition, am Freitag.

An exciting prospect: Upcoming Climate conferences

About COP23 and COP24’s locations and what I think about it. Also, looking back at COP22 and forward at a big climate fight in 2018.

So the COP22 Marrakech Climate conference is over, and I haven’t been there. Sure, it would have been interesting reporting the progress or lack thereof one after my big Paris expedition. Also, meeting some of the many nice people, especially from the PlaceToB project should have made me go to Morocco.

Still, I had decided to skip the 2016 conference, which – unlike the COP21 – wasn’t expected to bring great changes. I speculated that COP23, which should normally take place in Asia, might be hosted by China. I planned to go there. First because of the importance of the country in climate politics. Second, because I have a thing with China and know the language reasonably well to get along. I think that would have made for some more good reporting.

Climate leadership: From the USA to China

It turns out, the COP23 won’t take place in China – as a matter of fact, nobody was volunteering to host it. Now I guess the Chinese government was surprised – as we all were – by Donald Trump winning the presidential election. It has become clear that the kind of partial leadership the US took in climate politics will be given up and that there’s room for new countries to draw prestige from being in the frontline of the fight against global warming.

China’s certainly the most interested in this role – and had Trump been elected a month earlier, I bet they would have seriously considered to host the Climate conference in 2017. Bad luck for them… and for me.

koenigswinter_vom_drachenfels-small-climate-dim-future-wikipedia-tohma-cc-by-sa-4-0

Climate conferences: A dim future? (Bonn – Wikipedia / Tohma / CC BY-SA 4.0)

 

Finally, I learned that the COP23 would take place at an enclave of the Fiji Islands, namely Bonn-by-the-Sea. Seriously, Fiji as an Asian country volunteered to preside the Conference whereas it will take place in Germany’s former capital, some 150 kilometers from Luxembourg. That’s goood for me, and I’ll try my best to be there.

I’ve wanted to visit Bonn for some time. It has a kind of United Nations District, with several environmental institutions, notably the UNFCCC secretariat. Also,there’s the Museum Mile, with the Bundeskunsthalle (art) and the Haus für Geschichte (history). Last but not least, there’s the Beethovenhaus.

1820-beethoven-small-joseph-karl-stieler-_-beethoven-haus-bonn-_-pd

Beethoven (Joseph Karl Stieler / Beethoven-Haus Bonn / PD)

I hope the people from PlaceToB plan to set up a project for that conference. As I don’t live too far away and I’m bilingual in German and French, I might be of help with the preparations and the communication in Bonn.

COPs, next stops: Beethoven, Germany, then Chopin, Poland

Beethoven is one of my favorite composers, but I’m also a big fan of Slavic music. So when I hear Poland, I think of Fryderyk Chopin, and also of Henryk Wieniawski. The reason I mention this is, the government in Warsaw has volunteered to host the COP24. As far as I understand, this is a proposal, not yet a decision.

Normally the 2018 Conference should take place in Eastern Europe, but because the preceding conference is already located in Europe, this might be changed. Should it take place in Poland, I think Wroclaw (German name: Breslau) might be chosen (after 2008 in Poznan and 2013 in Warsaw) – the city has been the European Capital of Culture 2016.

1836-chopin-small-maria-wodzinska-_-national-museum-warsaw-_-pd

Chopin (Maria Wodzinska / National museum Warsaw / PD)

Anyway, while the COP23 will be transitional, the COP24 will be really important and conflictual. 2018 will be the beginning of the Facilitative dialogue, which is meant to bring the countries commitments in line with what is needed to remain below the 1.5 degree target. How much more needs to be done will be more clear thanks to an IPCC report to be published that year.

COP24 might see a big fight, and may represent the last stand if humanity is to avoid a massive climate change that may cause anything from an unprecedented economical crisis up to the extinction of the human species.

An all-important climate conference at a „climate dunce’s“ place

Should the Climate conferences take place in Bonn and somewhere in Poland in succession, that would symbolize a core problem of the international climate policy: There are highly motivated countries like Fiji and Germany, but there are others that keep a hidden agenda, like Poland. The Eastern European country depends on coal for its energy production and for economical and social reasons tries to keep mining as long as possible.

Clearly, organizing the all-important COP24 at a „climate dunce’s“ place will make for interesting discussions. And although Poland is some 1000 kilometers from Luxembourg, it’s still quite close – I just have to be there!