Von Steinfort nach Hellingen und zurück

Kein Containerdorf für Flüchtlinge

Faschos und Fledermäuse hätten sich gegen die Flüchtlinge verbündet, so könnten wütende Linke versucht sein, das Ereignis zu beschreiben. Weil das Infrastrukturministerium es versäumt hatte, eine Impaktstudie zu erstellen, nun aber nöglicherweise dort eine seltene Fledermausart existiert, wird man das Flüchtlings-Auffanglager in Steinfort nicht fristgerecht bauen können – das steht nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts fest. Sind daran wirklich die Pipistrelli schuld? Oder gar die Bürgerinitiative “Keen Containerduerf am Duerf”?

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Ein Steinfort-kompatibler Flüchtlings-Container? – Wikimedia / Sarang / PD

Erinnern wir uns: Bei Projekten wie der Saarautobahn bei Hellingen oder der Findel-Erweiterung gab es ebenfalls Klagen gegen nicht korrekt durchgeführte Impaktstudien. Diese führten zu erheblichen Verzögerungen, woraufhin fleißige Kommentatoren der Mainstreampresse und “volksnahe” Politiker den Umweltschützern die Schuld dafür gaben. Deren Antwort war immer die gleiche: Wenn die staatlichen stellen die Kommodo- und andere Prozeduren eingehalten hätten, hätten sie sich diesen Klagen nicht ausgesetzt. Studien verschlampen und darauf hoffen, dass es sich die Bürger gefallen lassen, ist schlechte Politik.

Schlamperei bei Impaktstudie

Das muss auch hier gelten, bei einem Projekt wie dem Flüchtlingsdorf, dem man eher wohlgesonnen ist. Die Politiker sind selber schuld, sie hätten die Regeln einhalten sollen. Man kann nur hoffen, dass dieses Urteil nicht dafür instrumentalisiert wird, um die “administrative Vereinfachung voranzutreiben. Gemeint ist damit nämlich, einen Gesetzesrahmen zu schaffen, um Bauprojekte nach der Methode “Augen zu und durch” abzuwickeln.

Grüne in die Regierung!?

Doch wie konnte es überhaupt zu dieser Panne kommen? Ich erinnere mich an ein Gespräch mit dem grünen Leader François Bausch von vor langer Zeit über eine Regierungsbeteiligung. Fränz stellte die Fähigkeit der Politiker von Déi Gréng der mangelnden Kompetenz der drei etablierten Parteien gegenüber. Damals störte mich das, weil er die inhaltlichen Unterschiede für weniger wichtig zu halten schien, und nicht etwa weil ich Zweifel an der Inkompetenz eines Großteils der etablierten oder der Klugheit vieler grüner PolitikerInnen gehabt hätte.

Fränzs Argument finde ich heute immer noch halb falsch, halb richtig. Aber die Ereignisse um das Steinforter Flüchtlingslager zeigen: Auch kluge und kompetente Politiker sind anfällig für die Arroganz der Macht.

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TTIP almost officially dead

It should not come as a surprise (not to me at least, see below). The news from the last two days, although sometimes contradictory, mean that giving up on TTIP is acceptable to the political elites in Berlin, Paris, and ultimatey in Brussels.

First Sigmar Gabriel stating TTIP is dead in the water, Jean Claude Juncker’s spokesperson still assuring that the negociations are going on. Then François Hollande’s minister declaring they will officially ask to bury the whole thing, Angela Merkel and the US insisting this cannnot be

Champagne for the anti-TTIP NGOs and civil society! (Filaos / CC-BY-SA 3.0)

Champagne for the anti-TTIP NGOs and civil society! (Filaos / CC-BY-SA 3.0)

Whatever will be said during the weeks to come, there’s no way back: once an end to the negotiations has been declared as a possible outcome, nothing can prevent this doomed project from going all the way down. This is different from the many critics asking for – not announcing! – the end of negociations. Different also from Social-democrats and Greens stating that TTIP “should be abandoned if …” This is: “We can drop it.” It will be dropped – and very soon, dropped like a hot potato.

I’m not surprised. I always told people I thought TTIP was basically a lost cause, since I learned that the expected economical benefits were officially deemed ridiculously low (remember, something like less than one percent of GDP growth over ten years). Of  course, it was important to fight against it with all kinds of arguments. But basically, it was a flawed project insofar as the elites thought of selling it to the people as a project that would increase their welfare.

Why did the EU elites fail?

True, TTIP would have been economically beneficial to some sectors and some countries – and to most of those people the elites are having lunch with. But it was obvious that the big economical advantages for the average European – or American, for that – were simply not there. As for other arguments – strengthening the transatlantic bond – the elites were not prepared to fight for them. So, from the beginning, TTIP has been what it is now for everybody to see: a doomed project. Just one more little push, and all will agree and give up on it. Champagne!

Is this only good news? What does it mean for the future political course of the European Union? I’ll write that up for a woxx editorial and post it here when finished.

 

Some of my former woxx articles about TTIP:

From 2014, after a lecture by Raoul Marc Jennar:
Freihandel und TTIP: Der Waffenlieferant

Recently, on what a “good” TTIP would be:
Schiedsgerichte und Politik: Der iTTIP-Traum

Recently, strengths and weaknesses of the TTIP criticism:
Plattform gegen CETA und TTIP
: Bedrohlich, aber wahr


Penser le travail

J’ai failli effacer le mail m’informant de la
conférence de Christophe Dejours sur “Réenchanter le travail, une urgence politique”.

J’ai regardé la vidéo.
Puis j’ai eu envie d’assister à la conférence.
Pour finir, j’ai été chargé d’écrire le Thema du woxx de cette semaine sur ce sujet.

Dans ce passage, il analyse la manière dont sont mises en oeuvre les transformations du monde du travail.

Brillant ! Il ne réchigne pas à critiquer les pratiques du monde scientifique et même son propre comportement.

Pour en savoir plus sur sa critique de l’évaluation individuelle des performances, voir les parties 6 et 7.

Psychologie, philosophie, politique

Je précise que c’est la dimension philosophie politique du discours de Christophe Dejours qui m’a séduit, plutôt que son utilité au niveau des luttes syndicales – nécessaires par ailleurs – pour empêcher la dégradation de l’environnement de travail.

Voici l’analyse très inspirée du “sujet des balieues” et de la manière dont l’exclusion conduit à une inversion des valeurs.

Merci à la CSL de l’avoir invité !
Curieux de le voir en live ce soir !

Wie ist die Lage?

Wie mein woxx-Artikel zum “état de la nation” zustande kam

Alle Jahre wieder und jedes Mal anders. Die Rede zur Lage der Nation bietet immer Gelegenheit für einen “Exercice de style”. Vor der Ära Xavier Bettel habe ich so manche Rede von Jean-Claude Juncker analysiert und kommentiert, und nun schreibe ich schon zum dritten Mal über des blau-rosa-grünen Premierministers Ansprache (nach 2014 und 2015).

Le grand carrousel des partis au Marché de Noël. Notez les figurines rouge et bleue, derrière il y en a aussi une verte et une noire...

Le grand carrousel des partis au Marché de Noël.
Notez les figurines rouge et bleue, derrière il y en a aussi une verte et une noire…

Das ist immer ein bisschen stresssig. Dienstags die Rede anhören, Mittwochs schreiben, denn als Regard darf der Artikel nicht zu spät ins Layout gehen. Die grobe Analyse muss recht schnell erstellt sein, am besten gleich nach dem Anhören. Zum Glück war der Text kurz davor vermailt worden, ich saß zuhause vorm Fernseher, Computer auf’m Küchentisch und konnte so Ideen niederschreiben, Bettels Vortragsweise notieren (diesmal nicht viel zu sagen) und gegebenenfalls mündliche Abweichungen festhalten (anders als bei Juncker, kaum welche). Dieses Jahr habe ich auch nicht versucht, die Reaktionen in und außerhalb der Chamber einzuarbeiten, sondern mich auf den Gesichtspunkt des Regierungschefs konzentriert.

Xavier Bettel und die Steuerreform

Dass Bettels Reden nicht so toll sind wie Junckers beste, ist keine wirkliche Neuigkeit. Dass sie, was die Form angeht, so schlecht nun auch wieder nicht sind, gehört aber hervorgehoben. Darüber hinaus gab es dieses Jahr Inhalt zur Genüge. Die Quintessenz der Steuerreform war bekannt. Wie sie Bettel der Nation präsentiert hat, war dagegen leicht überraschend – von der Absicht her lobenswert, doch angesichts der tatsächlichen sozialen Ausgestaltung auch kritikwürdig.

Bestätigt hat sich, was bereits in den beiden Reden zuvor durchschien: Bettel betont viel stärker den Teamgeist als seinerzeit Juncker – mit einer klaren Rangfolge, die dem arithmetischen Gewicht der Partner entspricht: erst blau, dann rosa, und am Ende ein bisschen grün. Ist das gut oder schlecht? Es ist jedenfalls – so meine Ansicht – nicht das größte Problem, das diese Regierung hat.

Artikel-Link: Lage der Nation -
 Alles was zählt

Back to the job

I like my job at the woxx, but it’s journalism I love.

Home.

Home.

Several weeks off the social media… several weeks of very demanding daylong activities. Mainly the woxx coordination.

We don’t have a boss, so each one of the political journalists fulfills the coordination job in turn, usually for three weeks in a row. Three weeks of being the boss? Not really. No commanding the others around. More like cleaning up the mess.

Not a very funny part. But part of the job. Unfortunately, it can make you forget what the real job is about: Have a special look at the world we live in and share it with others. Just my two cent.

Beethoven’s eternal quartet opus 130

Yesterday evening at the Phil’, there was this Cavatina from Beethoven’s opus 130, followed by the “Große Fuge” (yes, the Elias Quartet chose to play it that way). To me, it was a reminder of the shift of timescale that the human mind sometimes stumbles over. As in a quiet song that has been there forever, or an ancient reservoir of wild energy that can be summoned to help achieving great things.

The Elias Quartet: Songs of eternal quietness and wild energy

The Elias Quartet: Songs of eternal quietness and wild energy

That idea of timesacale shift that has been well formulated by my friends from the Bureau of linguistical reality in their definition of the term “Shadowtime”. An idea that is also part of the charm – don’t laugh – of the better Buffy episodes and comics, when instead of slayer kungfu vs. your daily vampire, they are about a timeless evil fought with universal resources of humanness.

I enjoyed the concert. It helped me getting back a sense of purpose, after weeks on duty. Living, thinking, writing.