Wie ist die Lage?

Wie mein woxx-Artikel zum “état de la nation” zustande kam

Alle Jahre wieder und jedes Mal anders. Die Rede zur Lage der Nation bietet immer Gelegenheit für einen “Exercice de style”. Vor der Ära Xavier Bettel habe ich so manche Rede von Jean-Claude Juncker analysiert und kommentiert, und nun schreibe ich schon zum dritten Mal über des blau-rosa-grünen Premierministers Ansprache (nach 2014 und 2015).

Le grand carrousel des partis au Marché de Noël. Notez les figurines rouge et bleue, derrière il y en a aussi une verte et une noire...

Le grand carrousel des partis au Marché de Noël.
Notez les figurines rouge et bleue, derrière il y en a aussi une verte et une noire…

Das ist immer ein bisschen stresssig. Dienstags die Rede anhören, Mittwochs schreiben, denn als Regard darf der Artikel nicht zu spät ins Layout gehen. Die grobe Analyse muss recht schnell erstellt sein, am besten gleich nach dem Anhören. Zum Glück war der Text kurz davor vermailt worden, ich saß zuhause vorm Fernseher, Computer auf’m Küchentisch und konnte so Ideen niederschreiben, Bettels Vortragsweise notieren (diesmal nicht viel zu sagen) und gegebenenfalls mündliche Abweichungen festhalten (anders als bei Juncker, kaum welche). Dieses Jahr habe ich auch nicht versucht, die Reaktionen in und außerhalb der Chamber einzuarbeiten, sondern mich auf den Gesichtspunkt des Regierungschefs konzentriert.

Xavier Bettel und die Steuerreform

Dass Bettels Reden nicht so toll sind wie Junckers beste, ist keine wirkliche Neuigkeit. Dass sie, was die Form angeht, so schlecht nun auch wieder nicht sind, gehört aber hervorgehoben. Darüber hinaus gab es dieses Jahr Inhalt zur Genüge. Die Quintessenz der Steuerreform war bekannt. Wie sie Bettel der Nation präsentiert hat, war dagegen leicht überraschend – von der Absicht her lobenswert, doch angesichts der tatsächlichen sozialen Ausgestaltung auch kritikwürdig.

Bestätigt hat sich, was bereits in den beiden Reden zuvor durchschien: Bettel betont viel stärker den Teamgeist als seinerzeit Juncker – mit einer klaren Rangfolge, die dem arithmetischen Gewicht der Partner entspricht: erst blau, dann rosa, und am Ende ein bisschen grün. Ist das gut oder schlecht? Es ist jedenfalls – so meine Ansicht – nicht das größte Problem, das diese Regierung hat.

Artikel-Link: Lage der Nation -
 Alles was zählt

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