CFL gegen Radfahrer: Auf einem Auge blind?

(Oder: Warum ich überlege, nicht mehr mit dem Rad zur Arbeit zu fahren)

Gestern haben mich drei CFL-Beamten in der Taxi-Einbahn am Südende des Bahnhofs gestoppt, haben verlangt, dass ich mich ausweise und angekündigt, das nächste Mal seien ein Protokoll und ein Punkte-Entzug fällig. Diese Einbahn in Gegenrichtung zu fahren, ist die beste Route, um sich möglichst wenigen Gefahren auszusetzen und andere Verkehrsteilnehmer möglichst wenig zu behindern, wenn man vom Bahnhof in Richtung Bonneweger Brücke fahren will.

Ende des Radwegs (CC)

Ende des Radwegs (CC)

Eine Diskussion mit den Beamten, damit sie ein Auge zudrücken, war nicht möglich. Auf den Hinweis, die Radpiste vor der Post sei gefährlich und höre im Nichts auf, antworteten sie, das sei nicht ihr Problem, hier sei CFL-Terrain, und ich habe schließlich gegen den Code de la Route verstoßen. Letzteres ist natürlich richtig. Aber warum gibt es gegenüber Radfahrern, die unerlaubte aber ungefährliche Dinge tun, nicht die gleiche Toleranz wie gegenüber Auto- und Busfahrern, die sich häufig verkehrswidrig UND gefährlich verhalten. Als Radfahrer und Fußgänger kann ich davon ein Lied singen.

Ein bisschen wütend macht mich das schon, denn am Bahnhof werden fast nie Autos und Busse, die bei Rot durch die Ampel fahren, kontrolliert. Und Busse, die Fußgängerstreifen blockieren, auch nicht. Ich muss jetzt aber damit rechnen, demnächst nochmal ertappt und dann angezeigt zu werden. Traurig ist, dass dies ausgerehnet von den CFL ausgeht, die eigentlich Partner der Radfahrer beim Überwinden des massiven motorisierten Individualverkehrs sein sollte.

Was tun? Der Teil meines Arbeitswegs von der Bonneweger Brücke in die Nei Avenue und zurück ist, hält man sich an den Code de la Route, für Radfahrer gefährlich – zu gefährlich, um dort sechs oder acht Mal die Woche zu fahren. Die Alternative aber führt über das CFL-Gelände, das ja neuerdings streng überwacht zu sein scheint. Möglicherweise ist es das Klügste und Sicherste für mich, das Fahrrad als Alltags-Verkehrsmittel aufzugeben. :-(

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